1899. In einer stürmischen Nacht kommt Aimée, eine junge Lehrerin, in einem verschneiten Weiler in den Hautes-Alpes an. Obwohl ihr die Dorfbewohner misstrauisch gegenüberstehen, ist sie fest entschlossen, mit ihrem Wissen Licht in deren dunkle Glaubensvorstellungen zu bringen. Während sie sich in das Leben der Gemeinschaft einfügt, breitet sich in ihr ein Gefühl sinnlicher Verwirrung aus. Bis eines Tages ein erster Bergbewohner von einer Lawine verschüttet wird.
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«Das Drama von Louise Hémon beschäftigt sich mit traditionellen Überlieferungen von Sitten und Bräuchen in einem kleinen Alpendorf. Optisch erinnert L’engloutie mit seinem 4:3-Bildformat, den körnigen, dunklen Bildern und dem stilistisch aufs Minimum reduzierten Settings unweigerlich an die Werke von Alice Rohrwacher. Die Atmosphäre ist wie auch bei deren Filmen eine wundersame Mischung aus Magie und trister Realität. Armut, die Abwesenheit von Bildung und das einfache bäuerliche Leben stehen im Vordergrund. Die Grundstimmung und die imposante Bergwelt sind die eigentlichen Hauptdarstellenden eines Films, der nie komplette Klarheit betreffend Realität und Vorstellung schaffen will.»
Yannick Bracher, Outnow
«Hémon knüpft an einen Faden, der in letzter Zeit öfter gesponnen wurde: Eine junge Frau wird um die Jahrhundertwende in die Berge geschickt, trifft dort auf misstrauische Dorfbewohner – und auf ihr eigenes sexuelles Erwachen. Vermiglio (Venedig 2024) und Foudre (Carmen Jaquiers Schweizer Oscarbeitrag von 2023) hatten wir erst gerade. Aber Hémon setzt ganz auf ihre Bildsprache: Innenräume, getränkt in flackerndes Kerzenlicht, wechseln sich ab mit glitzernden Schneelandschaften, so kontrastreich, dass man kurz das Gefühl hat, an Schneeblindheit zu erkranken. Grossartiges Ende auch.»
Luca Bruno, lucabr.uno
«L'engloutie ist ein hypnotischer Mix aus magischem Realismus, Sinnlichkeit, Naturmystik und uralter Folklore. Hémons meisterhaftes Debüt wurde in Cannes uraufgeführt.»
Lea Morgenstern, Blickpunkt: Film
«Der Film L'engloutie der französischen Regisseurin Louise Hémon ist ein sehr ruhig erzählter Film, der im Nachhinein noch wächst. Hémon gelingt das Paradox, einerseits beeindruckende Naturaufnahmen der Berglandschaft in Südfrankreich zu schaffen, andererseits durch die Entscheidung für das 4:3-Format die hohen Gebirge und die Natur klaustrophobisch wirken zu lassen. Die gewaltigen Berge scheinen direkt auf die Protagonisten des Films zu drücken und ihnen den Lebensraum zu beschneiden. Der kleine, winterliche Flecken, weit abgelegen von jeder Zivilisation, wird so zu einem Gefängnis, aus dem es kein Entkommen gibt. Lediglich die Fantasie und Poesie können eine kleine Flucht aus der kargen, menschenfeindlichen Gegend ermöglichen. Doch dies wird von der Gemeinschaft – gerade von den Alten – skeptisch beäugt.»
Marco Koch, Filmforum Bremen
«Louise Hémons L'engloutie erinnert unweigerlich an die dunkle Folklore von The Witch und Des Teufels Bad. Selten wurde das Gleissen des Schnees und das Halbdunkel schummriger Hütten so dramatisch eingefangen wie in Marine Atlans klaustrophobischen 4:3-Bildern, beunruigend gestaltet sich dazu Emile Sornins manchmal geradezu dissonante musikalische Untermalung. Meisterlich.»
Internationales Filmfest Oldenburg, No 32
Mit Galatea Bellugi, Matthieu Lucci, Samuel Kircher
Drehbuch Louise Hémon Kamera Marine Atlan Ton Elton Rabineau Schnitt Carole Borne Musik Emile Sornin Produktion Take Shelter