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L'ENGLOUTIE

Ein Film von Louise Hémon
Frankreich - 2025 - 98'
Kinostart: 12.02.2026

1899. In einer stürmischen Nacht kommt Aimée, eine junge Lehrerin, in einem verschneiten Weiler in den Hautes-Alpes an. Obwohl ihr die Dorfbewohner misstrauisch gegenüberstehen, ist sie fest entschlossen, mit ihrem Wissen Licht in deren dunkle Glaubensvorstellungen zu bringen. Während sie sich in das Leben der Gemeinschaft einfügt, breitet sich in ihr ein Gefühl sinnlicher Verwirrung aus. Bis eines Tages ein erster Bergbewohner von einer Lawine verschüttet wird.

Basel

Ab 12.02.2026, Kult.Kino
Täglich 15:45, letzte Tage

Bern

Ab 19.02.2026, Kellerkino
Do 19.2/Mi 25.2 18:15, Fr 20.2/Di 23.2 20:15, Sa 21.2 18:45, So 22.2 10:45
Ab 12.02.2026, Kino Rex
Täglich 20:30 (Mi 18.2. 18:30) sowie Mo 16.2./Di 17.2. 13:30

Heiden

Ab 01.03.2026, Kino Rosental
So 1.3 19:30, Sa 21.3 17:00

La Chaux-de-Fonds

Ab 04.02.2026, ABC
Mardi 10 à 18 h 15 & Dimanche 15 février à 18 h 15

Lausanne (Casino de Montbenon)

Luzern

Ab 12.02.2026, Bourbaki
Di 17.2. 20:30, Mi 18.2. 13:00. Ab 19.2: täglich um 13:00 (keine Vorstellung am So 22.2)

Sainte-Croix

20.02.2026, Cinéma Royal

St. Gallen

Ab 14.02.2026, Kinok
Mo 16.2. 20:30, So 22.2. 13:30, Di, 24.2. 16:30

Zürich

Ab 12.02.2026, Riffraff
Bis 18.2: Täglich 13:10 und 18:00. Ab 19.2: Täglich um 13:00 (So 22.2 13:50)

«Im Zentrum des Films steht das Aufeinanderprallen zweier Welten, zweier Wertesysteme: Aufklärung gegen Mystik – präsente Themen der Zeit um 1900. Dieser Konflikt wird in L’engloutie auch visuell eindrücklich unterstrichen. Die Innenräume sind dunkel, erhellt nur von Kerzen, Feuer oder Gaslampen. Draussen hingegen liegt der Schnee grell und blendend hell. War Aimée zu Beginn eine klare Identifikationsfigur, entgleitet sie uns gegen Ende immer mehr. Das ist mutig, öffnet bewusst Interpretationsräume und lässt die Geschichte schliesslich auch ins Mystische kippen. Ein ruhiger und trotzdem intensiver Film.»
Ann Mayer, Kultur Kompakt – SRF 2 Kultur

«Louise Hémon erzählt in ihrem Spielfilmerstling L’engloutie – zu einer filigran stimmungsvollen Musikspur von Emile Sornin – wie sich das Archaische und die Zivilisation einander annähern, aneinander reiben, nicht miteinander vereinbar bleiben. Als die Lawinen in ihrem ewiggleichen Kegel bis knapp vor die Häuser hinabdonnern, sucht die Gemeinschaft beim ersten Mal nach dem Fleisch von verschütteten Gämsen, beim zweiten Mal den ersten Jüngling, über den sie sehr wohl Kenntnis genommen haben, dass er unlängst bei Aimée gelegen ist. Als er unauffindbar bleibt und sich dieselbe Ereigniskette wiederholt, wird nicht etwa infrage gestellt, ob diese ihren Traum des Auswanderns in die Tat umgesetzt haben könnten, sondern Aimée als Frau, also Gefahr für den Rest des Winters kurzerhand weggesperrt. Der Film verzaubert mit seiner beinahe schon zärtlichen Zuneigung in der Zeichnung dieser Einfachheit.»
Thierry Frochaux, P.S. Zeitung

«Der Titel dieses wunderschön-rätselhaften Films lässt sich unterschiedlich interpretieren: Ist es Aimée, die hier eingeschlossen, verloren oder gar verschlungen wurde? Und falls ja – wovon oder von wem? Für ihren ersten Spielfilm hat Regisseurin Louise Hémon ihre angestammte dokumentarische Arbeitsweise beibehalten. Die meisten der oft improvisierenden Darsteller:innen sind Laier:innen aus der Region, gedreht wurde fast nur mit natürlichem Licht: von der Wintersonne, von Kerzen oder vom Mond, unwirklich reflektiert im nächtlichen Schnee. Der Erzählung, die auf Aufzeichnungen aus der Familiengeschichte der Regisseurin beruht, verleiht all dies einen zauberhaft-realen Glanz, dem man sich kaum entziehen kann.»
Dominic Schmid, WOZ

«Louise Hémon und ihre Kamerafrau Marine Atlan arbeiten mit der Dunkelheit der Nächte und der Hütten im Kontrast zur verschneiten Helligkeit der Landschaft, mit einem Chiaroscuro, das bisweilen an Rembrandt-Bilder erinnert und zusammen mit dem verwunschenen, neo-folkigen, Morricone-referenzierten Score von Emile Sornin die Atmosphäre mit Stimmung schwängert.

Das Setting im Dorf und die Gefahrenzonen rund um die Sexualität erinnern nicht von ungefähr an Foudre von Carmen Jaquier. Nicht nur die Kamera von Marine Atlan verbindet die beiden Filme, sondern auch die Bewegungen von unten nach oben, Tal zu Berg (und wieder zurück), Hell und Dunkel und die trotzige individuelle Selbstbestimmtheit gegenüber all den gemeinschaftlich tradierten Tabus gegenüber. Wo Foudre aber die Sexualität als autonome und befreiende (oder befreite) Macht zu einem Kern der individuellen Entwicklungsmöglichkeiten erklärt, pendelt L’engloutie faszinierend mehrdeutig zwischen einer kritischen Haltung gegenüber kolonialistisch-aufklärerischer Selbstgerechtigkeit, der unbestrittenen Kraft mythischer Folklore und (un)bekanntem Unbehagen.

Damit schliesst die vom Dokumentarfilm kommende Louise Hémon mit ihrem ersten Langspielfilm nicht nur sehr eigenständig bei Folk-Horror-Klassikern wie The Wicker Man von 1973 an, sondern auch bei all seinen Nachfolgern der letzten Jahre wie Midsommar und The Witch, und bei Kolleginnen wie eben Carmen Jaquier oder Léa Mysius (Ava, Les cinq diables). Vor allem aber ist L’engloutie ein prächtiger, hypnotischer, einnehmender und im besten Sinne verhexender Film.»
Michael Sennhauser, sennhausersfilmblog.ch

«Das Kinodebüt der 42jährigen Regisseurin Louise Hémon wartet nicht nur mit einer sperrigen, sondern auch mit einer atmosphärisch geladenen, bis zur letzten Szene wiederholt überraschenden Erzählung über eine junge Lehrerin in einem verschneiten Bergdorf von 1899 auf.»
Andreas Furler, Cinefile

«Das Drama von Louise Hémon beschäftigt sich mit traditionellen Überlieferungen von Sitten und Bräuchen in einem kleinen Alpendorf. Optisch erinnert L’engloutie mit seinem 4:3-Bildformat, den körnigen, dunklen Bildern und dem stilistisch aufs Minimum reduzierten Settings unweigerlich an die Werke von Alice Rohrwacher. Die Atmosphäre ist wie auch bei deren Filmen eine wundersame Mischung aus Magie und trister Realität. Armut, die Abwesenheit von Bildung und das einfache bäuerliche Leben stehen im Vordergrund. Die Grundstimmung und die imposante Bergwelt sind die eigentlichen Hauptdarstellenden eines Films, der nie komplette Klarheit betreffend Realität und Vorstellung schaffen will.»
Yannick Bracher, Outnow

«Hémon knüpft an einen Faden, der in letzter Zeit öfter gesponnen wurde: Eine junge Frau wird um die Jahrhundertwende in die Berge geschickt, trifft dort auf misstrauische Dorfbewohner – und auf ihr eigenes sexuelles Erwachen. Vermiglio (Venedig 2024) und Foudre (Carmen Jaquiers Schweizer Oscarbeitrag von 2023) hatten wir erst gerade. Aber Hémon setzt ganz auf ihre Bildsprache: Innenräume, getränkt in flackerndes Kerzenlicht, wechseln sich ab mit glitzernden Schneelandschaften, so kontrastreich, dass man kurz das Gefühl hat, an Schneeblindheit zu erkranken. Grossartiges Ende auch.»
Luca Bruno, lucabr.uno

«Wie nur selten in der Kunst, dürfen oder sollten wir uns hier fallen lassen in den Film mit den wunderbaren Welten zwischen Mythos und Aufklärung, Tradition und Moderne, eingehüllt in Bilder und Klänge wie von andern Welten. Die Story bietet sich als Einstieg zu Kurzgeschichten an, die sich zu einer Einheit zusammenfügen, mit der grossartigen Kamera von Marine Atlan, die im Hell-Dunkel an Paul Cézanne erinnert, und mit der sphärischen Musik von Emile Sornin, die das Verstehen erlebbar macht, angesiedelt am Anfang des 20. Jahrhunderts und bezugnehmend auf René Descartes mit seiner ‹Geschichte des Menschen›.»
Hanspeter Stalder, der-andere-film.ch

«L'engloutie ist ein hypnotischer Mix aus magischem Realismus, Sinnlichkeit, Naturmystik und uralter Folklore. Hémons meisterhaftes Debüt wurde in Cannes uraufgeführt.»
Lea Morgenstern, Blickpunkt: Film

«Der Film L'engloutie der französischen Regisseurin Louise Hémon ist ein sehr ruhig erzählter Film, der im Nachhinein noch wächst. Hémon gelingt das Paradox, einerseits beeindruckende Naturaufnahmen der Berglandschaft in Südfrankreich zu schaffen, andererseits durch die Entscheidung für das 4:3-Format die hohen Gebirge und die Natur klaustrophobisch wirken zu lassen. Die gewaltigen Berge scheinen direkt auf die Protagonisten des Films zu drücken und ihnen den Lebensraum zu beschneiden. Der kleine, winterliche Flecken, weit abgelegen von jeder Zivilisation, wird so zu einem Gefängnis, aus dem es kein Entkommen gibt. Lediglich die Fantasie und Poesie können eine kleine Flucht aus der kargen, menschenfeindlichen Gegend ermöglichen. Doch dies wird von der Gemeinschaft – gerade von den Alten – skeptisch beäugt.»
Marco Koch, Filmforum Bremen

«Louise Hémons L'engloutie erinnert unweigerlich an die dunkle Folklore von The Witch und Des Teufels Bad. Selten wurde das Gleissen des Schnees und das Halbdunkel schummriger Hütten so dramatisch eingefangen wie in Marine Atlans klaustrophobischen 4:3-Bildern, beunruigend gestaltet sich dazu Emile Sornins manchmal geradezu dissonante musikalische Untermalung. Meisterlich.»
Internationales Filmfest Oldenburg, No 32

Mit Galatea Bellugi, Matthieu Lucci, Samuel Kircher

Drehbuch Louise Hémon Kamera Marine Atlan Ton Elton Rabineau Schnitt Carole Borne Musik Emile Sornin Produktion Take Shelter